Buena Vista e.V. - Rechenschaftsbericht für das Jahr 2011

 

Das Jahr 2011, das in diesem Bericht nochmals kurz zusammengefasst werden soll, ist bereits das zehnte in unserer Vereinsarbeit gewesen. Es war ein erfolgreiches Jahr; wir haben gute Arbeit geleistet. Wir sind besonders froh, mit Mareike ein neues, engagiertes Mitglied gewonnen zu haben; schade ist hingegen, dass Dirks Mitarbeit sich auf ein kurzes Intermezzo beschränkt hat. Schade ist ebenfalls, dass nach wie vor nur Rolf und Sybill die 35mm-Anlage bedienen können – ich selbst hatte angekündigt, das lernen zu wollen, doch das geht nicht so nebenbei. Aber dies ist nicht der Moment zum Klagen, sondern im Gegenteil zum Loben, denn: Wir sind alle beruflich, familiär sowie vielfach auch ehrenamtlich eingespannt, und hält man sich das vor Augen, ist es mehr als beachtlich, was wir alles auf die Beine stellen – in hoher Qualität, mit Beständigkeit und Freude. Es ist nicht zu bestreiten, dass ein Großteil der Arbeit auf Rolf und Sybill lastet, doch auch die anderen bringen sich nach Kräften ein.

 

Das Kinojahr war, was die Filmgenres angeht, ein sehr abwechslungsreiches: Es begann mit „Mary und Max“, einer Knetfigurengeschichte. Wir hatten Lustiges und Schwarzhumoriges („Nichts zu verzollen“, die Kaurismäki-Filme), Ernstes („Precious“), Spannendes („Nordwand“, „Der Name der Rose“), Verstörendes („Black Swan“); - diese Vielfalt sollten wir uns erhalten. Die meisten Filme waren jüngeren Datums, was kein Makel ist. In Hinblick auf die Herkunftsländer war unsere Auswahl gut; es wäre aber zu überlegen, ob wir das kulturell Fremde wieder mehr in den Blick nehmen wollen, indem wir etwa auch Filme aus afrikanischen oder asiatischen Ländern aufs Programm setzen. Wir haben fast durchweg Filme auf 35mm gezeigt, DVDs eher selten. Der eigene Beamer hat uns dennoch wertvolle Dienste geleistet, weil wir so etwa in der Lage waren, unsere Filmfestwerbung auf der Leinwand zu zeigen.

 

Die Besucherzahlen entsprachen – im regulären Programm – denen der Vorjahre; besonders gut besucht waren mit der „Eleganz der Madame Michel“ und „Almanya“ zwei dem Titel nach durchaus bekannte Filme; die meisten Gäste hatten wir beim Kinderfilm „Die drei Räuber“. Das Familienkino, das mangels Zuschauern schon kurz vor der Abschaffung stand, wurde also 2011 besonders gut angenommen – das ist schön und ruft nun doch nach Fortsetzung.

Unser Februardoppel mit den beiden Kaurismäki-Filmen kam gut an, wobei mit dem „Mann ohne Vergangenheit“ der zweite Film, also der von Sonntag und Dienstag, weniger gut besucht war. Diese Entwicklung setzte sich – um der Chronologie einen Moment lang vorzugreifen – in diesem Jahr so fort; wir sollten nochmals besprechen, inwiefern die Vorführungen an ungewohnten Tagen für uns rentabel sind.

 

Deutlich schlechter besucht als in den Vorjahren war 2011 das Filmfest, unser Sorgenkind des Jahres. Der Kummer nahm ja bereits damit seinen Anfang, dass sowohl der Kulturraum als auch die Kulturstiftung unsere Förderanträge ablehnten und damit die Finanzierung des Projektes lange unklar war. Wir überlegten, wie wir das Konzept sparsamer gestalten könnten, als sich unverhofft die Möglichkeit einer Kooperation mit der Wohnungsbaugenossenschaft ergab: Sie wollten uns unterstützen, wenn wir im Gegenzug in ihren Räumlichkeiten zu bestimmten Gelegenheiten Filme zeigten. Dank dieser glücklichen Fügung konnte das Filmfest doch in seiner ursprünglichen Gestalt stattfinden – sieben Kinofilme plus Amateurfilmwettbewerb plus Vorprogramme. „Höher, schneller, weiter“, hieß es diesmal; wir wollten das Thema „Extremleistungen“ facettenreich beleuchten – was uns auch gelang. Allein: es fehlten weitgehend die Zuschauer; manchmal kam nur eine Handvoll Gäste. Das war sehr schade und trübte die Stimmung ungemein, zumal wir ein großartiges Vorprogramm zusammengestellt hatten, das von Live-Musik über ausgezeichnetes Improtheater hin zu professioneller Pantomime reichte. Woran es lag, wird nicht zu klären sein. Vielleicht ließ das Thema zu sehr an sportliche Wettkämpfe denken und reizte unser Publikum wenig, vielleicht konkurrierte unser Programm mit zuvielen attraktiven Angeboten in Dresden (Jazztage, französische Filmtage), vielleicht hat die Presse nicht gut berichtet, vielleicht hätten wir noch mehr werben sollen – wer weiß.

Fakt ist, dass wir diese anstrengende Woche trotz der Verstimmung, die sich bei allen von uns allmählich einstellte, gut gemeistert haben und letztlich durch einen gut besuchten Freitagabend sowie einen gelungenen, ausverkauften Amateurfilmwettbewerb versöhnt worden sind. An den Resten der Kürbissuppe essen wir allerdings noch immer, denn nach dem Wettbewerbsteil gingen die Gäste so gut wie vollständig nach Hause, anstatt noch – wie wir es uns vorgestellt hatten – in der Kinobar zu verweilen und der Musik zu lauschen. Die Idee der Filmlounge wird also, wenn es mit dem Abschlussabend in diesem Rahmen weitergehen soll, nochmals zu überdenken sein.

 

Nun ist gerade kurz das Rahmenprogramm angeklungen: Diese Art des Extras ist eine wichtige Säule unserer Veranstaltungen, und es ist festzuhalten, dass wir insbesondere bei der Auswahl der Künstler für das Filmfest ein gutes Händchen hatten. Doch auch unsere eigenen Maßnahmen, um das Publikum aktiv werden zu lassen – sei es im regulären Programm beim Kneten oder Kästchenmalen bzw. beim Filmfest durch die verschiedenen Wettbewerbe – waren schöne Ideen. Etwas heterogener ist grundsätzlich die Qualität einführender Referate, die häufig von einem anderen als dem Vorbereitenden übernommen werden. Das ist nicht schlimm, doch der Idealfall wäre, die Verantwortlichkeiten vorher zu klären und sich den entsprechenden Text gründlich genug anzusehen, um Unsicherheiten im Vortrag zu verringern.

Als wichtige Ressource bei der Suche nach Gästen für Rahmenprogramme haben sich persönliche Kontakte von uns allen erwiesen; als besonders beständig erweist sich immer wieder die Zusammenarbeit mit Attel Weidner, der sich von uns Filme für den Seifersdorfer Schlossverein wünscht und seinerseits MGN für Auftritte bei uns gewinnt. Eine weitere kontinuierliche Kooperation verbindet uns mit dem Radeberger Schlossverein; schön wäre nur, wenn wir für unser jährliches Sommer-Open-Air auch den Wettergott noch als Partner gewinnen könnten. Ein sehr erfolgreiches Open Air fand mit „Schiffsmeldungen“ im Sommer in Liegau statt, doch hierbei handelte es sich an sich nicht um unsere Vorstellung. Hier spielte das Wetter mit, doch es scheint außerdem, als gebe es in Liegau ein recht großes potentielles Kinopublikum.

 

Die vereinsinterne Zusammenarbeit war im vergangenen Jahr gut. Besonders hervorzuheben ist, dass Sybill das von Anne übernommene Amt des Schatzmeisters souverän meistert und dass Claudia neben den gestalterischen Aufgaben, die ihr übertragen sind, sich auch zunehmend in die Veranstaltungsplanung eingebracht hat, was in der Vorbereitung des Filmfestes besonders deutlich geworden ist. Eine Schwierigkeit zeigte sich während der Vereinssitzungen, wo in der Regel Termine gefunden und Verantwortlichkeiten zugeteilt werden mussten. Wer bei der Sitzung fehlte, blieb außen vor. Unter anderem aus diesem Grund haben wir entschieden, die Termin- und Filmplanung langfristig anzugehen, sodass die Kinoabende lange vorher feststehen und leichter mit anderen Verpflichtungen vereinbart werden können. Auch für das Publikum ist das gut: Dank unseres Kinokalenders können sich die Gäste die Filmabende länger im Voraus frei halten. Der lange Vorlauf im – salopp gesagt – Alltagsgeschäft hat außerdem den angenehmen Effekt, dass in den Sitzungen wieder mehr Raum für Kreativität frei wird und wir, da die leidigen Terminsachen geklärt sind, wieder mehr Zeit haben, uns auf Gespräche über mögliche Filme oder Rahmenprogramme einzulassen. An dieser Stelle ist noch anzumerken, dass in den Sitzungen insbesondere Stefan immer wieder die wertvolle Fähigkeit unter Beweis stellt, zielführend zu arbeiten. Das soll heißen, bei allzu langen Abschweifungen ist er in der Lage, auf angenehme Weise an das eigentliche Thema zu erinnern. Was an dieser Stelle nicht fehlen darf, ist ferner ein Lob an alle, die sich in Vorbereitung und Durchführung der Vereinsstraße eingebracht haben – neben dem Werbeeffekt wurde beim Verkauf von Kaffee und Kuchen ein beachtlicher Gewinn erwirtschaftet.

 

Die Zusammenarbeit mit der Presse war wie gewohnt wechselhaft. Auf Veröffentlichungen an prominenter Stelle können wir uns nie verlassen; in den kostenlosen Zeitungen erscheinen unsere Pressemitteilungen mitunter gar nicht oder, wenn ja, dann doch ohne Bild. Die PluSZ nahm uns nur sporadisch in ihre Kinoseite auf; der einzig relativ stabile Berichterstatter bleibt die Sächsische Zeitung. An dieser Situation können wir selbst jedoch kaum etwas ändern, Probleme in der Zusammenarbeit mit den Zeitungen ergeben sich meist aus unklaren Verantwortlichkeiten bei den Redaktionen und, was die Lokalzeitungen angeht, mangelndem Interesse von Seiten der Zeitungsmacher. Eine wichtige Werbeplattform waren für uns die Litfasssäule, die Rolf immer mit Ankündigungen tapezierte, die Homepage, beständig aktualisiert von Rolf und Claudia, und der Mailverteiler, der allerdings mehrfach sehr knapp versendet wurde.

 

Insgesamt können wir mit der Vereinsarbeit des vergangenen Jahres also zufrieden sein. Wir haben alle Vorhaben umgesetzt, die wir uns vorgenommen hatten; der Vorstand ist seinen Aufgaben gerecht geworden. Was wir überdenken sollten, sind die Gestaltung des Filmfestes, das Februarspecial, die Filmauswahl und die Arbeitsverteilung – es wäre doch schön, wenn sich elften Jahr unseres Bestehens jemand zutraute, die Bedienung der 35mm-Anlage zu lernen.

Die Highlights stehen bereits fest: Es wird wieder ein Filmfest geben (hoffentlich diesmal gefördert von der Kulturstiftung), einen Stummfilm mit Orgelbegleitung – und eigentlich wäre es auch wieder mal schön, einen Star zu Gast zu haben, einen Regisseur, Schauspieler – wer weiß, was sich ergibt.

 

Nun kann nach einem Jahrzehnt Kinoarbeit der Bericht an dieser Stelle nicht schließen, ohne zumindest ganz kurz ein Resümé der vergangenen Jahre zu versuchen. Denken wir an unsere Anfänge zurück – zu siebt, im Bürgerhaus, mit der 16mm-Anlage und der Trennwand, die zu jeder Veranstaltung mitgebracht werden musste – so war auch das eine gute Zeit; wir haben schöne Filme gezeigt, gute Vorprogramme gehabt. Dann der Umzug in die Kinobar, schon in leicht geänderter Besetzung; endlich können wir alle Filme zeigen. Dann die ersten Versuche, über das normale Programm hinaus, das inzwischen gut lief, etwas Zusätzliches anzubieten: Erst die Idee mit dem Thema des Jahres, die vom Publikum nicht gut angenommen wurde. Dann der Wunschfilm, schließlich das Filmfest – das erste noch mit großen organisatorischen Unsicherheiten, das zweite mit Spannungen, weil die Zuständigkeiten nicht gut geklärt waren; allmählich stellte sich Sicherheit ein. Anfangs noch die anstrengende Logistik zum Amateurfilmwettbewerb im Schloss Klippenstein – was wir nun aus Kraftgründen geändert haben. Inzwischen gibt es sogar einen Radeberger Filmpreis, finanziert vom Oberbürgermeister.

Und unsere Rahmenprogramme! Was es da schon alles gab! Xaver, der zu „Kitchen stories“ auf dem nachgebauten Beobachterstuhl seine Notizen machte, bolivianisches Essen, tschechisches Bier, norwegischen Käse, Sketche: Tina mit dem Nudelholz, Ecke und Dirk als altes Ehepaar, Anne als Quizmaster, Musik und Tanz und Zauberei und Lesungen und Pantomime und Theater, und, und, und... Wir hatten Regisseure zu Gast, allen voran Andreas Dresen.

Wir hatten Kinoabende, wo wir mit drei Gästen saßen („Bin Jip“) und andere, wo das Kino aus allen Nähten platzte („Sein und Haben“, „Die Geschichte vom weinenden Kamel“, „Willkommen bei den Sch'tis“ usw.), es gab Filme, nach denen geklatscht wurde.

Mag sein, dass in der Rückschau vor allem das Schöne bleibt. Doch andererseits ist es tatsächlich so gewesen: Wir haben in zehn Jahren viel Schönes erreicht.

 

Antje Junghanß, Vereinsvorsitzende

 

Filmarchiv 2011

 

Januar

Mary & Max,

oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Trickfilm/Komödie - USA 2009
ab 12 Jahren - 96 Min.

Die kleine Mary lebt in Australien. Sie ist ein einsames Kind, ihre Mutter ist Alkoholikerin, der Vater interessiert sich mehr fürs Ausstopfen von Tieren als für die Tochter. Max ist ein einsamer, dicker Mann in seinen Vierzigern. Er lebt in New York, mag keine Menschen und leidet unter Panikattacken. Sie beginnt, ihm Briefe zu schreiben. Er antwortet, und die beiden werden über den Austausch von Briefen und Schokolade zu (Brief-)Freunden fürs Leben.

Unser Special im Winter:

ZWEI VON EINEM

11. und 12. Februar, 20.30 Uhr
„I hired a contract killer“
Drama/Komödie - Finnland/Schweden 1990
ab 12 Jahren - 80 min

Der finnische Regisseur Aki Kaurismäki erzählt
in »I hired a contract killer« eine einfache Geschichte mit viel hintergründigem Witz.

In London fristet der Franzose Henri Boulanger (Jean-Pierre Léaud) sein Dasein. Nachdem er seinen Job verloren hat, versucht der vereinsamte Mann vergeblich, sich zu töten. So heuert er den Killer Harry (Kenneth Colley) an und teilt ihm mit, wo er zu finden ist.
An dieser Stelle könnte die Geschichte schon beendet sein, doch Kaurismäki weiß, wie leicht das Leben mit getroffenen Entscheidungen
spielen kann.

Als »Tatort« wählt Henri eine Kneipe, in der er
sich eine »Henkersmahlzeit« gönnt. Zum ersten Mal genehmigt sich der ansonsten abstinente Franzose einige Drinks, die sein Dasein ein
wenig sonniger erscheinen lassen. Und dann spricht er auch noch eine attraktive Frau an und merkt, wie leicht das Leben sein kann. Doch
damit fangen seine Probleme erst richtig an.
Denn der Killer lässt sich nicht mehr zurückrufen

Erstmals spielt ein Kaurismäki-Film nicht in Finnland, sondern führt in schmuddelige Viertel Londons. Hierbei loben Kritiker das Zusammenspiel von Farben und Dramaturgie

13. und 15. Februar, 20.30 Uhr
„Der Mann ohne Vergangenheit“

Komödie/Drama - Finnland/Deutschl./Fran. 2002
ab 12 Jahren - 96 Min

Mit Witz, Wehmut und viel Herzenswärme rührt Aki Kaurismäki eine romantisch-spröde Lovestory an.

Ein unbekannter Mann (Markku Peltola) wird mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden und
kann sich an nichts mehr erinnern. Als alle Versuche zu einer Identitätsbestimmung
scheitern, erfindet sich der Fremde quasi neu, lässt sich in der angrenzenden Hafengegend nieder und steckt nach und nach all die Ausgestoßenen, Verwahrlosten und
Trunkenbolde der Umgebung mit seiner Energie an.

Am Ende findet er aber nicht nur seine verloren geglaubte Identität, sondern auch noch die große Liebe. Und das ausgerechnet in der alkoholfeindlichen Heilsarmee, wo er den
fleißigen Missionaren mit heißen Rock'n'Roll-Rhythmen kräftig einheizt und die herb-schöne
Kati Outinen erobert.



Ein Aki Kaurismäki auf der Höhe seiner Kunst
mit dieser wunderschönen Außenseiter-Ballade, die auf dem Festival in Cannes den Großen Preis der Jury und den Darstellerpreis
(für Kati Outinen) gewann.


März

"Die Eleganz der Madame Michel"

Drama/Komödie - Frankreich/Italien 2009
ab 12 Jahren - 100 Min.

Madame Michel ist Concierge in einem großbürgerlichen Pariser Wohnhaus. Brummig und ungepflegt erledigt sie die Post und ihre sonstigen Dienste. Am liebsten zieht sie sich in ihre versteckte Bibliothek zurück, wo sie der Literatur und Schokolade frönt. Kakuro Ozu, ein eleganter und kultivierter Japaner, zieht neu ein und erkennt die verborgene Eleganz, die feine Seele von Madame Michel. Zu den skurrilen Bewohnern des Hauses gehört auch die elfjährige Paloma, die beschlossen hat, sich mit zwölf umzubringen, und alles um sie herum filmt.

Modernes Märchen über drei Einzelgänger in einem großbürgerlichen Pariser Wohnhaus und die Unvorhersehbarkeit des Lebens.

 

April

Die Geschichte vom Brandner Kaspar

Komödie - Deutschland 2008
ab 6 Jahren - 100 Min.

Büchsenmacher Brandner Kaspar wildert auch mit nunmehr
69 Jahren noch unverdrossen im Tegernseer Tal. Der Witwer
trotzt Fressfeinden und Obrigkeit, doch als kurz vor dem 70. Geburtstag der Boanlkramer an die Tür seines Hofes klopft,
um ihn ins Jenseits zu geleiten, schlackert der Kaspar mit den Ohren. Doch das Schlitzohr füllt den Gevatter Tod
(Michael Bully Herbig) mit Schnaps ab und erschwindelt sich beim Kartenspiel weitere 20 Jahre Lebenszeit.

Dramatisch und komisch geht's zu in dem klassischen bayerischen Volksstück, das Joseph Vilsmaier ("Comedian Harmonists") mit Besetzungscoup adaptiert: Comedy-King Michael Bully Herbig als Sensenmann vergällt Franz Xaver Kroetz ("Kir Royal") den dreist erschwindelten Lebensabend.


Mai

"Neulich in Belgien"
Komödie/Drama - Belgien 2008
ab 6 Jahren - 106 Min.

Das Arbeiterviertel des belgischen Gent heißt Moskau.
Die 41-jährige Matty (Barbara Sarafian), die als dreifache Mutter unter Strom steht, rammt im Rückwärtsgang einen Lastwagen. Dessen 29-jähriger Fahrer Johnny (Jurgen Delnaet) liest ihr dafür kräftig die Leviten. Daheim versucht Matty die Trennung von ihrem Ehemann und den Tag zu verkraften, als sich Johnny mit schlechtem Gewissen meldet und sie einladen will. Das ist das letzte, was Matty braucht...

Aus einem Unfall wird die große Liebe - lebenspralles Filmdebüt und Festivalliebling, der große Sympathie und Frische ausstrahlt. Echte Menschen, exakte Milieuschilderung der Arbeiterschicht, pointierte Dialoge, Komik, Dramatik, Gefühl und starke Darsteller wissen zu überzeugen.

 

Juni

"Precious – Das Leben ist kostbar"
Drama - USA 2008
ab 12 Jahren - 110 Min.

Harlem, 1987. Precious ist eine 200 Kilo schwere Teenagerin, die vom Leben arg gebeutelt wird. Vom Vater vergewaltigt, von der Mutter misshandelt, flüchtet sich die 16-Jährige in Tagträume, die ein besseres Leben verheißen. Das ist allerdings weit entfernt. Obwohl schon in der neunten Klasse, kann das Mädchen weder lesen noch schreiben. Als Precious von der Schule zu fliegen droht, schließt sie sich einem alternativen Lehrprogramm an und stößt auf eine verständnisvolle Lehrerin. Die entdeckt das kreative Potenzial ihrer Schülerin.

Zweifach Oscar-prämiertes schmerzhaft realistisches Sozialdrama von Lee Daniels, in dem es mit Gabourey Sidibe als Titelheldin eine sensationelle Newcomerin zu feiern gilt.

 

 

August

Open Air - Kino
im Schloss Klippenstein

Der Name der Rose
Abenteuer/Krimi - BRD/Italien/Frankreich 1986
ab 16 Jahren - 131 Min.

November 1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville (Sean Connery) begibt sich mit seinem Novizen Adson (Christian Slater) in eine abgelegene Benediktinerabtei. Dort wird er mit einer Reihe von mysteriösen Morden und anderen schwer erklärbaren Vorfällen konfrontiert. Die Inquisition vermutet Teuflisches, William dagegen einen fanatischen Mörder. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um das Rätsel zu lösen.

Jean-Jacques Annaud verfilmte Umberto Ecos Bestseller als fesselndes Mörderraten. Dank seiner düsteren Stimmung, eines dichten Spannungsbogens und seiner großartigen Darsteller wurde "Der Name der Rose" zum phänomenalen Erfolg an den Kinokassen.

September


Australia
Drama / Abenteuer - Australien/USA 2008

ab 12 Jahre

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Die britische Aristokratin Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman) hat die Farm ihres Mannes geerbt und muss deshalb nach Australien reisen. Um das Anwesen zu retten, benötigt sie die tatkräftige Unterstützung eines raubeinigen Viehtreibers (Hugh Jackman). Gemeinsam durchqueren sie das Outback, bis sie in Darwin das Bombardement der Japaner erleben, die kurz zuvor Pearl Harbor angegriffen haben.

Ein Nationalepos über den fünften Kontinent wagt Baz Luhrmann. Sieben Jahre ließ er seine Ode an sein Heimatland reifen, um sie nun mit großer Bildgewalt als Referenz an die großen Hollywood-Epen von einst auf die Leinwand zu bannen und seine Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman so gut aussehen zu lassen, wie es das Kino kann.

 

Oktober

Almanya - Willkommen in Deutschland
Komödie / Drama - Deutschland 2010
ab 6 Jahre

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland. Inzwischen ist das fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Heitere kultur- und generationenübergreifende Familiengeschichte, die lustvoll mit Klischees spielt und Türken und Deutschen den Spiegel vorhält.

 Dezember


Der neue Film von Dany Boon nach
"Willkommen bei den Sch´tis"

"Nichts zu verzollen"

Komödie, Frankreich 2011, 108 Min., ab 12 Jahre
Regie: Dany Boon

An der französisch-belgischen Grenze pflegen die Zöllner kurz vor dem Schengener Abkommen noch in kleinen Scharmützeln gegenseitige Vorurteile, insbesondere der frankophobe Ruben Vandevoorde mit Mathias Ducatel. Nach einer schlagkräftigen Kontroverse müssen die beiden Streithähne gemeinsam zum mobilen Patrouillendienst. Nach dem Hochtunen ihres R4s gelingt es dem Duo, Drogenkuriere abzufangen. Ihre beginnende Freundschaft geht in die Brüche, als Ruben von der Affäre Mathias' mit seiner Schwester Wind bekommt.

In seiner neuen bissigen Komödie spielt Dany Boon mit nationalen Vorurteilen und lässt französische und belgische Grenzbeamte aufeinander los.
Die Franzosen konnten's kaum erwarten, allein in den ersten zwei Wochen stürmten mehr als fünfeinhalb Millionen Zuschauer das Kino und lachten sich scheckig beim nationalen Kleinkampf im belgisch-französischen Grenzkaff Cuorquain. Der neuerliche Erfolg beweist, dass "Willkommen bei den Sch'tis" kein Zufallstreffer war, Dany Boon hat ein Händchen für populären Humor.


 

Dezember
 

"Die drei Räuber"

Kinderfilm / Zeichentrick
Deutschland 2007, 79 Min., ab 0 Jahre

Mutterseelenallein fährt die kleine Tiffany durch einen dunklen Wald. Die Kutsche soll sie in das Kinderhaus ihrer bösen Tante bringen, wo sie fortan leben muss. Da überfallen sie drei schwarz gewandete Räuber mit vorgehaltenen Waffen. Die schrecklichen Herren des Waldes wollen sie ausrauben, die furchtlose Tiffany hingegen ist entzückt - so kann sie der ungeliebten Tante entkommen. Trickreich gelingt es ihr, sich von den gar nicht so Furcht erregenden Gestalten entführen zu lassen. Von nun an bringt sie deren Räuberleben gehörig durcheinander.

Tomi Ungerers Kinderbuchklassiker bietet in der Zeichentrickversion ein augenzwinkerndes Kinderabenteuer um Schatzkammern, Tortenschlachten und Kinderhausrevolten. Mit Charme, Fantasie und Poesie wird Stil und Botschaft des genialen Illustrators animiert.
 

 

 

 

 

 

 

 


Filmfest gerettet
Kooperation mit Wohnungsgenossenschaft

Nun kann das Radeberger Filmfest im Herbst doch stattfinden. Nachdem es zwischenzeitlich wegen dem unerwarteten Totalausfall von Landesfördermitteln vor dem Aus stand, ist nun ein Radeberger Unternehmen in die Bresche gesprungen.
Kurz nach den Presseveröffentlichungen zum drohenden Filmfest-Aus, meldete sich die Radeberger Wohnungsgenossenschaft beim Kinoverein. Das Ergebnis ist nun eine Kooperationsvereinbahrung die beiden Seiten hilft. So sichert die Wohnungsgenossenschaft die Finanzierung für das Filmfest ab und der Kinoverein unterstützt das Unternehmen bei Filmveranstaltungen im eigenen Haus auf der Schillerstraße.

Zusätzlich konnte sich der Kinoverein
über eine private Geldspende aus Leppersdorf freuen.


Das 5. Radeberger Filmfest findet vom 5. bis 12. November
in der Kinobar, Badstraße 14 statt.
Dieses Jahr unter dem Motto „Höher - Schneller - Weiter“.



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