Januar

 „Ein Geschenk der Götter“

Komödie, Deutschland 2014
102 min., ab 0 Jahre

 Am Freitag zu Gast der Regisseur Oliver Haffner

 

Komödie um eine arbeitslose Schauspielerin,
die zuerst widerwillig im Auftrag des Jobcenter mit einer Gruppe Langzeitarbeitsloser "Antigone" einstudiert.

Die 36jährige Schauspielerin Anna verliert ihren Job am Ulmer Stadttheater. Das Arbeitsamt bietet keine echte Alternative für die Künstlerin. Aber eine impertinente Sachbearbeiterin des Jobcenters überredet sie, kurzerhand mit einer Gruppe hoffnungsloser Langzeitarbeitsloser in einer verpflichtenden Weiterbildungsmaßnahme das Bühnenstück "Antigone" einzustudieren. Der Grieche Dimitri soll König Kreon spielen. Trotz Streit, Betrug vom Amt und Neid der Kollegen gelingt es Anna, die Zyniker für Hochkultur zu interessieren.
 

 

Februar

 Schwarzer Humor
im Winter 

 

 

  „Silentium“

Thriller Komödie, Österreich 2004
116 min., ab 16 Jahre

Schwarze Thriller-Komödie von den Machern und mit den Figuren des österreichischen Erfolgsfilms "Komm, süßer Tod".

In Salzburg wird der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten tot aufgefunden. Selbstmord, wie offizielle Stellen bald verkünden.
Doch die schöne Witwe des Toten glaubt eher an einen glatten Meuchelmord. Sie bezirzt den Expolizisten Brenner (Josef Hader), damit er und sein alter Kumpel Berti (Simon Schwarz) noch einmal nach dem Rechten sehen. Schließlich hatte der Verstorbene erst vor kurzem mit Enthüllungen aus seiner Zeit im Katholischen Knabenkonvikt Aufsehen erregt.
Brenner stößt auf eine Mauer des Schweigens und gerät selbst in Gefahr.

 



„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand “

Komödie - Schweden 2014
 115 min., ab 12 Jahre

 

Aberwitziges Roadmovie nach dem Weltbesteller von Jonas Jonasson um einen rüstigen Alten,
der einst die Weltgeschichte veränderte...

Allan Karlsson hat keine Lust auf das Feiern seines 100. Geburtstags und verschwindet klammheimlich aus dem langweiligen Altersheim in Pantoffeln und mit nur ein paar Münzen in der Tasche. Am Busbahnhof kommt er zufällig an einen Koffer voller Geld und macht sich ohne bestimmtes Ziel auf die Socken. Er findet neue Freunde und muss sich aber auch mit nicht gerade charmanten Ganoven auseinandersetzen. Auf Umwegen gelangt er nach Bali, wo er es sich unter Palmen gut gehen lässt. Mit 100 ist schließlich noch lange nicht Schluss

 

 

 

März


„Searching for Sugar Man“

Porträt/Biographie/Musik, Schweden/Großbritannien 2012
86 min., ab 0 Jahre

Bewegende Dokumentation über den tot geglaubten Folksänger Sixto Rodriguez,
der von zwei südafrikanischen Fans aufgespürt wurde.

In den Siebzigerjahren war der amerikanische Folksänger Sixto Rodriguez ein bekannter Name in der Musikbranche: Entdeckt wurde er in einer kleinen Bar in Detroit, wo zwei Produzenten von seinen eingängigen Songs und tiefgründigen Texten sofort angetan waren. Gemeinsam haben sie ein Album aufgenommen, das die Charts eroberte. Von einem Tag auf den anderen wurde es jedoch ruhig um ihn. Er war verschollen, ja sogar für tot gehalten, während seine Fangemeinde vor allem in Südafrika sein Andenken lebendig hielt. Zwei seiner südafrikanischen Fans machten sich auf die Suche nach dem Künstler - mit überraschendem Ergebnis

 

 

April


„Hwal- Der Bogen“


Drama, Südkorea 2005
89 min., ab 12 Jahre

Poetischer Film von Kim Ki-Duk über einen alten Fischer und ein junges Mädchen.

Auf einem Boot auf dem See hausen der 60 Jahre alte Fischer und seine junge, wunderhübsche Frau, vormalige Pflegetochter. Allerhand junge Männer aus der Gegend wollen dem nicht tatenlos zusehen und machen dem Mädchen unverhohlen den Hof. Sie machen Bekanntschaft mit dem Bogen, mit dem der Alte Pfeile gegen seine Rivalen sendet. Als das Mädchen einen der Freier zu lieben beginnt, kommt Bewegung in die festgefahrene Angelegenheit.

 

 

Mai
 

„Die Frau des Leuchtturmwärters“

Drama, Frankreich 2004
104 min., ab 6 Jahre

Philippe Liorets 60er-Jahre-Drama über ein Dorf in der Bretagne und die Probleme der Bewohner mit einem Fremden.

Mitte der 60er Jahre kommt der ortsfremde Antoine (Gregori Derangere) auf die kleine bretonische Atlantikinsel Ouessant und bewirbt sich erfolgreich um eine vakante Stelle als Leuchtturmwärter an der Seite des dienstälteren Kollegen Yvon (Philippe Torreton). Antoine und Yvon freunden sich zunächst an. Doch ihre Beziehung wird bald auf eine harte Probe gestellt, als Antoine sich ausgerechnet in Yvons Frau Mabé (Sandrine Bonnaire) verliebt. Jahre später geht an gleicher Stelle die gemeinsame Tochter von Antoine und Mabé der Geschichte ihrer Eltern auf den Grund.

 

 

Juni


„Mic Macs - uns gehört Paris“

Komödie, Frankreich 2009
104 min., ab 12 Jahre

Fantastisches Abenteuer, in dem Dany Boon als gewitzter Held mit einer Gruppe skurriler Außenseiter den Granden der Waffenindustrie auf der Nase herumtanzt.

Durch eine Landmine verliert der kleine Bazil seinen Vater und auch die Mutter, die den Tod ihres Mannes nicht verkraftet. Der Junge landet im Heim. 20 Jahre später trifft ihn als Videoverkäufer eine verirrte Pistolenkugel in den Kopf. Als Wohnungsloser wird er von einer Gruppe von Außenseitern aufgenommen, die zu einer Ersatzfamilie für ihn wird. Als Bazil zufällig auf die Waffenkonzerne stößt, die für den Tod seines Vaters und seine Kugel im Kopf verantwortlich sind, schmiedet er mit seinen neuen Freunden einen Plan, die konkurrierenden Waffenhändler gegeneinander auszuspielen.

 

 

 August

Schloß Open Air  
(bei Schlechtwetter im Schloss)

"Goethe"

Drama/Biographie, D 2010
104 min. , ab 6 Jahre

 

Johann Wolfgang von Goethe ist durchs Jura-Examen gefallen und wird zur Strafe vom Papa zum Reichskammergericht in die Provinz geschickt, wo er für Gerichtsrat Kestner Akten wälzen muss. In seiner Freizeit zieht der Freund von Wein, Weib und Gesang mit seinem Referendarskollegen um die Häuser bzw. auf die Märkte und wirft alsbald ein Auge auf die hübsche Lotte aus armen Verhältnissen, die leider seinem Vorgesetzten versprochen ist. Das große Herzeleid führt zu seinem ersten künstlerischen Erfolg "Die Leiden des jungen Werther".

 

 September
 

„Monsieur Claude und seine Töchter“

Komödie, F 2014,
ab 0 Jahre, 97 min

Claude und Marie Verneuil sind ein wohlhabendes, leicht konservatives katholisches Ehepaar in der französischen Provinz. Sie haben vier attraktive Töchter. Für die jungen Frauen können sich die Verneuils nichts Schöneres vorstellen, als dass diese von Männern mit den Attributen "attraktiv, französisch, männlich" geehelicht werden. Doch Tochter Ségolène heiratet den Chinesen Chao , Isabelle den Muslim Rachid und Odile den Juden David. Da hängt der familiäre Haussegen der Verneuils gewaltig schief. Wenigstens ihre jüngste Tochter Laure ist mit einem französischen Katholiken zusammen. Doch als dieser zum ersten Abendessen vorbei kommt, reißt den besorgten Eltern der Geduldsfaden: Charles ist schwarz. Claude und Marie geben ihre Töchter aber nicht so einfach auf. Sie nutzen die Hochzeitsvorbereitungen, um die unerwünschten Beziehungen zu sabotieren…

 

Multikulti-Komödie um ein Paar, dessen vier Töchter alle Männer aus anderen Kulturkreisen heiraten.


 

 Oktober
 

„Ulzhan- Das vergessene Licht“

Drama, F/Kasach./D  2007,
ab 6 Jahre, 105 min


 

Der Franzose Charles hat seine Familie bei einem Unfall verloren und bricht zu einer letzten Reise auf - ins zentralasiatische Kasachstan. Als man ihm die Papiere stiehlt und ihn als Spion verhaftet, flieht er aus der Hauptstadt Astana in die Steppe, um sich auf seinen Tod vorzubereiten. Doch die junge Nomadin Ulzhan, die ihm ein Pferd verkauft, heftet sich an seine Fersen. Und auch Schamane Shakuni kreuzt immer wieder seinen Weg.

Melancholisch-tragisches Roadmovie um einen Franzosen, der in die kasachische Steppe zieht, um zu sterben,
dort ein Mädchen und einen Schamanen trifft.


 

November
 

„Madame Mallory und der Duft von Curry”

Komödie, USA 14,
ab 0 Jahre, 122 min

Nach einer Tragödie versucht die indische Kadam-Familie um den Patriarchen Papa in Europa einen Neuanfang. Der Zufall führt den Familienverbund in eine südfranzösische Gemeinde, wo es sich Papa in den Kopf setzt, ein indisches Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite des piekfeinen, mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Edelrestaurants "La Saule Pleureur" zu eröffnen. Dessen Besitzerin Madame Mallory ist alles andere als erfreut. Ein erbitterter Kleinkrieg entbrennt, bis sich Papas begnadeter Sohn Hassan entschließt, bei Madame in die Lehre zu gehen.

 

Kulinarisches Wohlfühl-Märchen nach Bestsellervorlage, in der eine indische Familie in einer französischen Kleinstgemeinde ein Restaurant gegenüber eines Ein-Sterne-Fresstempels eröffnet.


28. Dezember
14:30 Uhr und 17 Uhr

Familienkino

„Paddington“

Familienkomödie, F 2014,
ab 0 Jahre, 95 min

 

Nachdem ein Erdbeben sein Zuhause im peruanischen Regenwald einebnet, wird ein kleiner Bär von seiner Tante nach London geschickt, wo er den Forscher ausfindig machen soll, der einst die englische Sprache in den Dschungel brachte. Im Bahnhof Paddington wird er von der Familie Brown aufgelesen, die ihn "Paddington" tauft und bei sich Zuhause aufnimmt. Paddingtons Ankunft bleibt nicht unbemerkt: Während Bär und Familie sich zusammenraufen lernen, macht eine Unbekannte Jagd auf den Neuankömmling, um ihn auszustopfen

 

Wundervolle Verfilmung der beliebten Buchreihe um einen lebenden Stoffbären, der von einer Londoner Familie adoptiert wird.

 

 

Buena Vista e.V. - Rechenschaftsbericht für das Jahr 2015

 

Als ich Anfang 2015 den Rechenschaftsbericht für 2014 schrieb, lag der Höhepunkt des neuen Jahres bereits hinter uns: Wir hatten den Film „Ein Geschenk der Götter“ gezeigt und dazu den Regisseur Oliver Haffner geladen, der uns einen wunderbaren, anregenden Abend bescherte und die Startschwierigkeiten, die wir hatten (Player liest die DVD nicht), charmant und entspannt überbrückte (anders als ich…). Die Vorstellung war gut besucht, aber leider nicht ausverkauft.

Betrachtet man die Besucherzahlen unserer Filme aus dem vergangenen Jahr, ist insgesamt ein leichter Rückgang festzustellen; Monsieur Claude und Madame Mallory liegen mit 67 bzw. 65 Besuchern vorn; das Schlusslicht bildet die Musikdoku „Searching for Sugarman“. Im Schnitt hatten wir pro Vorstellung fünf Gäste weniger als im Vorjahr. Das ist – zumal für dieses eine Jahr – nicht dramatisch, gleichwohl bleibt es bedenkenswert, ohne dass ich allerdings Gründe anzugeben wüsste.

In diesem Jahr waren beim Dezemberkino die Vorstellungen sehr unterschiedlich gut besucht; ob wir daraus die Konsequenz ziehen sollten, künftig wieder auf eine einzige Vorführung zurückzugehen, wäre miteinander zu erörtern.

Ein Hinweis auf die Qualität unserer Filme sind die Besucherzahlen jedenfalls nicht. Wir hatten ein wirklich gutes Programm, haben verschiedene Genres abgedeckt und verschiedene Kulturkreise. Wie schon in den vergangenen Jahren haben wir uns auf Produktionen jüngeren Datums konzentriert.

Wo es sich anbot, gab es ein Vorprogramm; auch hier konnten wir Abwechslung bieten: Wir hatten Livemusik (Searching for Sugarman), Kulinarisches (Mme Mallory), Vorträge (Die Frau des Leuchtturmwärters, Ulzhan) wir hatten Experten zu Gast (Hwal – Der Bogen).

Wir waren auch wieder auswärts unterwegs – es gab ein Open Air im Schloss Klippenstein (anderer Film als geplant), und wir versorgten Seifersdorf und Liegau mit je einer Kinovorstellung.

Wir zeigten ausnahmslos DVD; mit der neuen Tonanlage ist die Qualität auch vorzeigbar geworden. Was nach wie vor auftritt, ist das Problem, dass die Menüanzeige auf der Leinwand erscheint und damit der Eindruck von Heimkino entsteht; das sollten wir nach Möglichkeit vermeiden.

Für eine recht lange Phase haben wir der eigentlichen Filmvorführung noch einen Werbetrailer mit einer Filmvorschau vorangeschickt, den Holger immer vorbereitet hatte. In letzter Zeit ist Holger an seine Belastungsgrenzen gekommen; ihr alle habt gelesen, dass er sich aus der Vereinsarbeit zurückziehen möchte. Das finde nicht nur ich bedauerlich, doch ich bin sicher, dass diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen wurde. In jedem Fall gebührt Holger an dieser Stelle ein großer Dank für sein jahrelanges Engagement.

Auch ich selber bin im vergangenen Jahr an meine Belastungsgrenze gekommen. Bei vielen Sitzungen war ich nicht dabei; bei den Vorstellungen auch nicht jedesmal. Das hat mich unzufrieden gemacht und tut mir sehr leid, denn wo einer sich zurücknimmt, müssen andere ausgleichend einspringen, und das sollte nicht dauerhaft so bleiben. Im vergangenen Jahr lief es so, dass die Arbeit sich also auf recht wenige Schultern verteilte; zum Glück kamen neue Schultern hinzu, wobei das eine Paar schon kinovereinserprobt ist: Wir freuen uns sehr über die Rückkehr von Tilo und den Vereinsbeitritt von Lothar.

Abschließend möchte ich noch kurz den Punkt Werbung/Öffentlichkeitsarbeit ansprechen: Die Zusammenarbeit mit der Presse lief wie immer; mit dem Kinoverteiler erreichen wir einen recht großen Adressatenkreis. Wirklich schön ist der Halbjahreskalender, den Claudia immer bastelt; schön ist die Plakatierung, und am besten ist es, wenn die Verleihe uns auch noch offizielle Plakate für die Filme zukommen lassen. Nach meinem Eindruck kann man in Radeberg gar nicht laut und oft genug auf Veranstaltungen hinweisen; noch immer gibt es Leute, die sich überrascht zeigen, dass Radeberg ein Kino hat. Es war gut, auch im vergangenen Jahr bei der Vereinsstraße vertreten zu sein (auch wenn das Wetter verrückt spielte); die Kurzfilme, die nachmittags liefen, lockten viele Kinder an. Die Idee, am Abend einen Film für Erwachsene zu zeigen, ist zunächst noch nicht aufgegangen; es kamen keine Gäste. Es wäre zu überlegen, ob wir das dennoch auch 2016 wieder probieren – so wir die Kräfte dafür haben.

Wir hatten ein recht ordentliches Jahr und denken, als Vorstand unseren Aufgaben gerecht geworden zu sein. Nun hoffen wir auf ein gutes neues Kinojahr. Dessen erste Hälfte ist schon geplant; demnächst steht der schwarze Winter an; die Filme bis zur Sommerpause sind festgelegt und versprechen wieder ein abwechslungsreiches Programm. Illustre Gäste haben wir bislang noch nicht vorgesehen. Wenn sich etwas Derartiges ergibt, ist das erfreulich. Wenn nicht, müssen wir nicht enttäuscht sein, denn allein mit unseren Filmen tragen wir seit vielen Jahren schon immer wieder Kultur in unser Städtchen. Möglicherweise ist es naiv gedacht, aber vielleicht hilft Kultur gegen Dumpfheit. Auf unser Ressort bezogen hieße das: Auch Filme können den Blick weiten. 

Antje Junghanß, Vereinsvorsitzende