Januar 
 

„Eddie the Eagle“

Komödie, Deutschland/Großbritannien/USA 2016, 106 Min, ab 0, Regie: Dexter Fletcher

Der große Moment des kleinen Underdogs bei den Winterspielen von 1982:
charmantes Feelgood-Movie über Helden, die das Leben erfindet.

Michael Edwards (Taron Egerton) alias „Eddie the Eagle“ ist ein schräger Vogel. Er träumt schon immer von einer Karriere als professioneller Athlet. Doch der ungeschickte Edwards versagt in einer Sportart nach der anderen. Eines Tages erfährt er, dass die Disziplin des Skispringens in England kaum professionell ausgeübt wird. Also stürzt er sich auf den ungewöhnlichen Sport, auch wenn er rein körperlich wegen seinem leichten Übergewicht und der dicken Brille völlig ungeeignet ist. Seine Mühen zahlen sich schon bald aus. Weil Edwards keine Konkurrenz hat, kann er sich für die großen olympischen Winterspiele von 1988 in Kanada qualifizieren. Inzwischen hat sich der erfahrene Trainer Bronson Peary (Hugh Jackman) eingeschaltet, der Michael Edwards unbedingt für den Wettkampf fit machen will. Die beiden nehmen dafür einige Strapazen auf sich. Auch wenn Edwards es mit der weltweiten Konkurrenz nicht aufnehmen kann und mit sensationellem Abstand die letzten Plätze belegt, wird „Eddie the Eagle“ – sein neuer Spitzname – zum absoluten Publikumsliebling. Die Zuschauer feiern den durchschnittlichen Typen, der seinen Traum erfüllt hat. Schließlich werden 1990 wegen ihm sogar die Regeln der olympischen Spiele geändert und durch die sogenannte „Eddie the Eagle“-Klausel ergänzt: Nun können nur noch Sportler, die einen bestimmten Mindeststandard erfüllen, an Olympiaden teilnehmen. Michael Edwards wird zur Legende und zum Medienstar.

 

Februardoppel

„Leben in Teheran“ 

 

 „Teheran Tabu“ 

Drama, Deutschland/Österreich 2017, 96 Min, ab 16, Regie Ali Soozandeh

Animationsfilm des iranischstämmigen Regisseurs Ali Soozandeh über drei starke Frauen,
die mit der Doppelmoral im strengreligiösen Teheran in Konflikt geraten.

Sex, Drogen, Korruption – im streng religiösen Teheran sind das selbstverständlich Tabus. Und natürlich versucht jeder, die gesellschaftlichen Konventionen im Privaten zu hintergehen. Der Animationsfilm „Teheran Tabu“ zeigt das Leben dreier Frauen, die dem jungen Musiker Babak (Arash Marandi) begegnen. So wirft die episodenhafte Erzählung ein Schlaglicht auf die patriarchal Gesellschaft des Iran, in der Sittenpolizisten junge Paare verhaften.
Da ihr drogensüchtiger Mann nicht arbeitet, ist Sara (Elmira Rafizadeh) gezwungen, anzuschaffen. Als sie einem Kunden einen Blowjob im Auto gibt, sitzt ihr Sohn stumm auf der Rückbank. Als der Kunde seine Tochter Hand in Hand mit einem Freund auf der Straße sieht, rastet er komplett aus. Die junge Donya (Negar Nasseri) wiederum steht kurz vor der Hochzeit. Nach einem One-Night-Stand mit Babak muss jedoch erst ihr Jungfernhäutchen wiederhergestellt werden. Die Hausfrau Sara (Zahra Amir Ebrahimi) möchte wieder arbeiten. Dafür braucht sie allerdings die Erlaubnis ihres konservativen Ehemanns.


 

„Taxi Teheran“

Tragikomödie, Iran 2015, 86 Min, ab 0, Regie: Jafar Panahi

Roadmovie mit Dokumentar- und Spielfilmelementen, in dem Regisseur Jafar Panahi als Taxifahrer
durch Teheran fährt und seinen Fahrgästen lauscht.

Seit ihm von den Behörden verboten wurde, als Regisseur zu arbeiten, fährt Jafar Panahi Taxi. Doch auch hinter dem Steuer gibt er seine wahre Berufung nicht auf. Fahrgäste, ein Querschnitt der iranischen Gesellschaft, nehmen bei ihm Platz und er sammelt ihre Geschichten. Unter anderem chauffiert er zwei abergläubische ältere Damen, einen Befürworter der Todesstrafe und seine aufmüpfige Nichte, die als Schulprojekt einen „zeigbaren“ islamischen Film drehen soll, durch die brodelnde Millionenmetropole Teheran.
Seit seinem Berufsverbot arbeitet Regisseur Jafar Panahi als Taxifahrer und filmt dabei seine Gäste, die er durch Teheran fährt. Roadmovie mit Dokumentar- und Spielfilmelementen, mit Regisseur Jafar Panahi als Taxifahrer.

 

 

März
 

„Das Mädchen aus dem Norden“

Drama, Dänemark/Norwegen/Schweden 2018, 113 Min , ab 6,  Regie: Amanda Kernells
 

Preisgekröntes Drama um Rassismus im Schweden der 1930er-Jahre und ein Mädchen aus der Volksgruppe der Samen,
die als minderwertig angesehen werden.

Die junge Sami Elle Marja (Lena Cecilia Sparrok) ist eine Außenseitern. Das intelligente Mädchen möchte nicht die Rentierherde der Familie übernehmen. Wie alle anderen Sami-Kinder geht sie auf ein Internat, wo sie in schwedischer Kultur erzogen werden und entwürdigende rassenbiologische Untersuchungen über sich ergehen lassen müssen. Marja beschließt deshalb, schwedisch zu werden.   Marjas Traum ist, eine höhere Schule in Uppsala zu besuchen. Als sie eines Tages einen Jungen aus der Stadt kennenlernt, sieht sie ihre Chance gekommen, dem Norden zu entkommen. Die Vorurteile und Diskriminierungen wird sie jedoch nie ganz hinter sich lassen können. Im Alter von 78 Jahren kehrt Elle Marja – nun unter dem Namen Christina (Maj-Doris Rimpi) – zurück in den Norden und lässt ihr Leben Revue passieren.

 

 

März
 

„Simpel“

Tragikomödie Deutschland 2017, 113 Min , ab 6,  Regie: Markus Goller
 

Roadmovie mit Frederick Lau und David Kross als ungleiche Brüder,
die sich auf die Suche nach ihrem Vater begeben - basierend auf dem Roman von Marie-Aude Murail

Die beiden Brüder Ben (Frederick Lau) und Barnabas (David Kross) sind absolut unzertrennlich. Ein Herz und eine Seele. Weil sich Barnabas geistig auf dem Stand eines Dreijährigen befindet, wird er von allen bloß Simpel genannt. Und obwohl er manchmal schrecklich nervend sein kann, würde Ben seinen Bruder nie aufgeben. Doch als die Mutter der beiden stirbt, soll Barnabas in ein Heim gesteckt werden. Ehrensache, dass Ben mit ihm ausbricht.
Gemeinsam begeben sich die beiden ungleichen Brüder auf die Suche nach ihrem Vater (Devid Striesow), den sie seit 15 Jahren nicht gesehen haben. Der lebt inzwischen mit seiner neuen Frau Clara (Claudia Mehnert) zusammen und ist überhaupt nicht begeistert, als Ben und Barnabas in sein Leben platzen. Als der Streit zwischen Vater und Sohn eskaliert, verliert Ben das erste Mal auch die Haltung gegenüber seinem Bruder. Und Barnabas steigt einfach in den nächsten Zug.



 

 April


„Monsieur  Pierre geht online“

Komödie Belgien/Deutschland/Frankreich 2017, 101 Min , ab 0 , Regie: Stéphane Robelin
 

 Liebeskomödie über den Rentner Pierre, der sich im Internet in die schöne Flora63 verliebt -
dummerweise hat er bei seinem Profil ein bisschen getrickst.

Das Internet steckt voller Tücken – das muss auch der Monsieur Pierre (Pierre Richard) erfahren, als er sich auf Datingplatformen als jemand anders ausgibt. Seit zwei Jahren lebt der Rentner zurückgezogen und allein. Seine Tochter (Stéphane Bissot) engagiert deshalb den Informatiker Alex (Yaniss Lespert), der den liebensswerten Monsieur an das Internet heranführen soll. Es dauert nicht lange, bis der Rentner auch die einschlägigen Datingseiten kennenlernt.
Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt – und das Internet ist der perfekte Ort, um sich zu verstellen. Schließlich lügt doch jeder ein bisschen, wenn es ums Alter oder die Größe geht. Und der findige Monsieur Pierre hat kurzerhand ein Foto von Alex benutzt, um junge Frauen kennenzulernen. Dummerweise möchte das Profil Flora63, die entzückende Fanny (Fanny Valette), Monsieur Pierre tatsächlich kennenlernen. Anstatt die Wahrheit zuzugeben, überredet der Rentner nun Alex, zu dem Date mit Flora63 zu gehen.